Intervallfasten – eine effektive Methode Gewicht zu verlieren?

Intervallfasten – eine effektive Methode Gewicht zu verlieren?

Das Intervallfasten beschreibt eine spezielle Art des zeitlichen Essrhythmus. Da es viele unterschiedliche Methoden im Intervallfasten gibt, werden wir heute speziell auf die 16:8 Methode eingehen. In der Kurzform bedeutet das; 16 Stunden fasten, 8 Stunden essen. Im Grunde ergibt sich durch die längere Fastenzeit, eine Vielzahl an positiven Effekten. Einer davon ist die Wirkung des Insulinspiegels und dem Blutzucker (hierzu mehr Informationen im Blogeintrag „Heißhunger – das steckt dahinter!“)

Während der längeren Fastenperiode, hält sich der Blutzuckerspiegel konstant niedrig, dementsprechend wird kein Insulin ausgeschüttet. Dies wiederum führt dazu, dass der Fettstoffwechsel effektiv arbeiten kann und kein Heißhunger – Gefühl auftritt. Anfänglich fällt es besonders jenen Menschen schwer, die ständig einen Snack in Form von einfachen Kohlenhydraten (Zucker, Backwaren etc.) zu sich nahmen und bei denen der Blutzuckerspiegel stetig erhöht war. Diese Schwankungen des Blutzuckerspiegels, können anfänglich Hungergefühle auslösen. Allerdings handelt es sich hier oft nicht um Hunger, sondern lediglich um Appetit. Während der Fastenzeit, kann man jene Hungergefühle, mit Wasser oder ungesüßtem Tee stillen.

Bei dem Intervallfasten geht es unter anderem darum, dem Körper längere Zeit zu entlasten, damit verschiedene Prozesse optimiert werden können. Laut einer Studie sind die positiven Effekte des Intervallfastens spür, – und messbar. In einer randomisierten klinischen Studie, konnte bewiesen werden, dass sich der Cholesterin, Triglycerid- und Blutzuckerspiegel in Verbindung mit dem Intervallfasten signifikant reduziert haben. Natürlich sind diese Werte immer vom jeweiligen Ess- und Lebensstil abhängig.

Laut neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, nimmt nicht nur die übermäßige Aufnahme von Kalorien, Einfluss auf das Übergewicht, sondern außerdem der Zeitraum der Nahrungsaufnahme. Beinahe täglich werden neuen Methoden zum Abnehmen angepriesen, die noch schneller zum erwünschten Traumgewicht führen. Jedoch werden die gesundheitsschädlichen Auswirkungen, solcher „Methoden“ nie offen aufgedeckt. Hierzu möchten wir Euch einen kleinen Realitätscheck vermitteln.

Nehmen wir an wir stellen eine „Diät“, im Sinne von 3 Süppchen am Tag, mit der Intervallmethode gegenüber. Während einer Süppchen- Diät, kann man sehr schnell und viel Gewicht verlieren, da die zugeführte Kalorienmenge auf ein Minimum reduziert wird! Zugegeben, das ist doch ein gefundenes Fressen für jeden Menschen, der abnehmen möchte, oder?

Rund 82 % der Deutschen gaben an, dass sie im vergangenen Jahr eine Diät zur Gewichtsabnahme gemacht haben. Davon verlieren zwar mehr als 50 % deutlich an Gewicht, jedoch steigt die Zahl auf der Waage rapide an, nachdem sie mit der „Diät“ aufgehört haben, also wieder ein „normales“ Essverhalten hatten.

Dies liegt daran, dass sich die Energiegewinnung des Körpers verändert (im negativen Sinne). Bei einer Diät werden im ersten Schritt die Glykogen- Speicher, also Kohlenhydratspeicher geleert. Hierbei verliert man hauptsächlich eingelagertes Wasser. Wenn diese Speicher geleert sind, braucht der Körper eine neue Energiequelle, in dem er nun die Proteinspeicher leert. Dies wiederum, führt zu einem Verlust der Muskelmasse. Nach zwei bis drei Tagen werden nun die Fettzellen als Energiequelle verwendet. Aber Achtung!!!, während diesem Prozess verändert sich der Stoffwechsel und verschiedene Hormone geraten ins Ungleichgewicht. Hier kommt nun der Schlüsselpunkt; die Fettzellen werden zwar als Energiequelle verwendet, jedoch werden sie nur entleert und dabei verkleinern sie sich.

Im Klartext; bei einer Süppchen- Diät kann zwar viel Gewicht verloren werden, jedoch werden keine Fettzellen verbrannt, sondern nur entleert! Sobald wieder mehr gegessen wird (unabhängig davon ob gesund oder nicht), füllen sich die Fettzellen blitzartig auf. Dies beschreibt den Jo-Jo-Effekt.

Nun könnte man annehmen, dass aufgrund der langen Fastenzeit von 16 Stunden derselbe Effekt auftritt. Jedoch konnte in mehrere Studien nachgewiesen werden, dass sich die Art und Weise der Energiegewinnung nicht umstellt, solange regelmäßig Nahrung aufgenommen wird, auch wenn diese wie beim Intervallfasten in größeren Zeitabständen eintrifft. Falls die Glykogenvorräte aufgebraucht sind (zum Beispiel aufgrund einer ausgiebigen Sporteinheit), geht der Organismus auf die Fettverbrennung über. Diese verläuft gemächlich, nachhaltig und gesund.

Das Intervallfasten ist eine effektive Methode, gesund an Gewicht zu verlieren, ohne einen Jo- Jo- Effekt befürchten zu müssen.

Dabei ist diese Methode sehr individuell einsetzbar, denn im Grunde kann jeder den für sich passenden Essrhythmus einteilen. Es wäre besonders ratsam, dass die Fastenzeit mit dem Schlafen verbindet wird. Es kann nun zum Beispiel so gelegt werden, dass um 11 Uhr gefrühstückt wird. Daraufhin beginnt das 8 Stunden Fenster, in dem gegessen wird. Ab 19 Uhr beginnt dann wieder das Fasten.

Eine Studie des Salk Institute for Biological Studies, untersuchte außerdem die Bedeutung des natürlichen Tag – Nacht- Rhythmus in Bezug auf unsere allgemeine Gesundheit und das Gewicht. Wir werden Euch daher im nächsten Beitrag etwas genaueres über unsere „Innere Uhr“ erklären.

Bis dahin die besten Grüße, Euer Nippon Fitness

Quellen:

Anson, R. M. et al. (2013). Intermittent fasting dissociates beneficial effects of dietary restricition on glucose metabolism and neuronal resistance to injury from calorie intake.

Megumi, H. et al. (2012). Time- Restricted Feeding without Reducing Caloric intake Prevents Metabolic Diseases in Mice Fed a High – Fat Diet, 15(6).

Martin, B. et al. (2006). Caloric restriction and intermittend fasting: two potential diets for successful brain aging.

Longo, V. et al. (2015). A Periodic Diet that Mimics Fasting promotes Multi- System Regeneration, Enhanced Cognitive Performance and Health.

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