Der Säure – Basen – Haushalt

Der Säure – Basen – Haushalt

Wir wissen nun, dass ein schwankender Blutzuckerspiegel wiederkehrende Heißhungerattacken auslöst und die dadurch vermehrte Insulinmenge im Blut den Fettabbau blockiert. Die Folge ist nicht nur Übergewicht sondern auch starke Veränderung der pH- Werte im Körper. Die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten oder die Synthese von Proteinen, sind chemische Reaktionen die sauer oder alkalisch wirkende Verbindungen aufweisen. Je nach Konzentration des Stoffes, können auch unterschiedliche pH- Werte an verschiedenen Stellen im Körper gemessen werden. Beispielsweise funktioniert unser Dickdarm nur in einem sauren Milieu. Unser Blutkreislauf und der Dünndarm müssen hingegen immer basisch sein, damit wir überhaupt leben können. Aufgrund äußerer Einflüsse und der westlichen Ernährungsweise, gerät dieser hochkomplexe Haushalt in ein Ungleichgewicht.

Nehmen wir an unsere Ernährung besteht überwiegend aus säure lastigen Lebensmitteln, also jene die von unserem Körper „sauer“ verstoffwechselt werden. (Dazu zählen Backwaren, Süßigkeiten, tierische Lebensmittel und Milchprodukte). Zunächst entstehen verschiedene chemische Reaktionen in unseren Körper, die mit Hilfe von Puffersubstanzen die aufgenommenen Säuren und Basen neutralisiert. Diese werden unter anderem durch unsere Atmung, Verdauung und durch den Urin ausgeschieden. Wenn allerdings säurebildende Lebensmittel in hoher Menge verzehrt werden, kommt es zu der sogenannten „Säureflut“. Das Neutralisieren dieser Säuren benötigt viel Energie und führt bei regelmäßigem Verzehr dieser Lebensmittel, zu dauerhaften Symptomen; z.B.  Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Erschöpfung, Müdigkeit, Kraftlosigkeit etc.  

Unser Körper kommt demnach kaum mit der Ausscheidung der Säuren und Schlacken hinterher, daher müssen diese zwischengelagert werden. Cellulite beispielsweise entsteht aus angesammelte Stoffwechselschlacken die der Körper aus seiner Not hinaus, ins Bindegewebe zwischenlagern musste. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass Säuren selbst, nicht im Organismus eingelagert werden können. Sie würden unsere Organe verätzen, darum müssen diese mit Hilfe basischer Mineralstoffe wie zum Beispiel Calcium oder Magnesium zunächst neutralisiert werden. Diese neutralisierten Säuren sind Salze, die auch „Schlacken“ genannt werden.

Aufgrund des ständigen Neutralisierens, kann es langfristig zu einem Mineralstoffmangel kommen. Aufgrund der Zivilisationskost die zum einen wenig Mineralstoffe enthält und zum anderen ein gravierendes Säurepotenzial aufweist, weis sich der Körper nicht anders zu helfen als die körpereigenen Mineralstoffvorräte anzugreifen. Basisch wirkende Mineralien wie Calcium und Magnesium werden aus  Knochen, Knorpeln, Zähnen, Bindegewebe, Haaren, Sehnen und anderen mineralstoffreichen Geweben gezogen, um damit die Säuren zu neutralisieren. Die Folgen daraus sind verheerend.  

Die medizinische Fakultät der Universität in Basel, führte eine randomisierte Studie mit 160 Teilnehmer durch, die an Osteoporose leiden. (Bei Osteoporose nimmt die Knochendichte – und Festigkeit ab, da zu wenig Kalzium in den Knochen eingelagert wird). In der Studie wurde die Wirkung von entsäuernden Maßnahmen auf die Knochendichte überprüft. Mit einer gezielten Einnahme von Kaliumcitrat konnte eine signifikante Zunahme der Knochendichte festgestellt werden. Eine ernährungsbedingte Übersäuerung kann demnach mit Hilfe einer gezielten Einnahme von basischen Mineralstoffpräparaten neutralisiert werden und trägt maßgeblich zu einer verbesserten Knochengesundheit, einer Reduktion von Muskelverschleiss und Verminderungen von chronischen Krankheiten bei.

Langfristig gesehen, kann unser Körper demnach nur optimal funktionieren, wenn der Säure – Basen – Haushalt im Gleichgewicht ist.

Hier setzt GuideTipp Nr. 2 an; Achte auf deinen Säure – Basen – Haushalt!

Zunächst ist es wichtig den aktuellen Zustand zu ermitteln. Wie bereits erwähnt, scheidet unser Körper über die Ausatmung, die Verdauung und über den Urin, die anfallenden Säuren und Basen aus. Mit Hilfe von sogenannten pH- Teststreifen die in jeder Apotheke erhältlich sind, kann herausgefunden werden, ob der Urin basisch oder sauer ist. Es ist wichtig zu erwähnen, dass jede Messung nur eine Momentaufnahme ist. Der pH- Wert im Urin ist Tagesschwankungen unterworfen und kann demnach unterschiedlich ausfallen. Daher empfehlen wir über eine Woche hinweg, drei Mal am Tag zu unterschiedlichen Tageszeiten den pH – Wert zu messen und diesen konsequent aufzuschreiben. Wenn der pH- Wert überwiegend im sauren Bereich liegt, ist der Körper übersäuert.

Im nächsten Beitrag geht’s mit der passenden basischen Ernährung weiter!

Bleibt dran, bis dahin Euer Nippon Fitness

Quellen:

Jehle, S. et al. (2006). Partial neutralization of the acidogenic Western diet with potassium citrate increases bone mass in postmenopausal women with osteopenia. Journal of the American Society of Nephrology, 17 (11), 3213 – 3222.

Moseley, K. et al. (2013). Potassium citrate supplementation results in sustained improvement in calcium balance in older men and women. Journal of Bone and Mineral Research, 28 (3), 479 – 504.

Schwalfenberg, G. K. (2012). The Alkaline Diet: Is there evidence that an Alkaline pH Diet benefits Health?. Journal of Environmental and Public Health, 1 – 7.  

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