Gesunder Schlaf – gesundes Leben?

Gesunder Schlaf – gesundes Leben?

„Schlaf ist eine physiologische, periodisch wiederkehrende Bewusstseinsänderung mit herabgesetzter Ansprechbarkeit der Sinnesorgane“

… der Schlaf ist im Grunde ein Zustand der Ruhe, bei dem wir keine Reize von außen wahrnehmen.  Allerdings leiden immer mehr Menschen unter Ein – und Durchschlafstörungen, weshalb die metabolische Regenerationsphase in der Nacht dauerhaft gestört wird. Folglich erwachen wir völlig erschöpft und müde auf und brauchen erstmal ein Moment bis alles wieder „hochgefahren“ ist. Wenn man nun bedenkt, dass der Mensch durchschnittlich 219000 Stunden im Laufe seines Lebens schläft, also rund 24 Jahre (vorausgesetzt man wird mind. 75 Jahre alt), kann ein gestörter Schlaf ganz schön an die Substanz gehen. 

„Ohne die nächtlichen Erholungsphasen ist ein gesundes und aktives Leben nicht möglich!“

Sehen wir uns unseren Schlaf mal genauer an. Was passiert denn überhaupt, nachdem wir im gemütlichen Bett eingeschlafen sind? Es ist wichtig zu verstehen, dass sich der Schlaf in unterschiedliche Phasen aufteilt. Dazu gehört unter anderem der REM- Schlaf bzw. Traumschlaf, sowie verschiedene Phasen des Leicht – und Tiefschlafes. Untersuchungen in Schlaflabors zeigen, dass der Anteil der Leichtschlafphasen am Schlafzyklus eines gesunden Menschen, rund 50 % beträgt. Wir sind etwa 20 % in der Tiefschlafphase und ebenfalls 20 – 25 % in der REM- Phase.

Besonders interessant ist die REM- Phase, denn in dieser Phase bewegen wir unsere Augen ungewöhnlich schnell. Dabei bewegen sich die Augen unter den geschlossenen Lidern, während der Tonus der quergestreiften Muskulatur erniedrigt ist. In dieser Phase entstehen unter anderem Träume, an die wir uns nach dem Aufwachen eventuell noch erinnern können. Generell ist es allerdings so, das sich nur die wenigsten Menschen an den erlebten Traum erinnern können. Ein Traum ist im engeren Sinne ein Erlebnis im Schlaf, das überwiegend aus visuellen und akustischen Eindrücken besteht.

In der REM- Phase erfolgt außerdem die Verarbeitung von Gelerntem und Erlebten, einschließlich der Speicherung von Informationen im Langzeitgedächtnis. Es ist also von besondere Wichtigkeit, dass wir während unseres Schlafes, in die REM-Phase gelangen. Über die „perfekte“ Schlafdauer wird schon lange diskutiert. Laut einer 10-jährigen Langzeitstudie des Forschungsteams von Akiko Tamakoshi in Japan, hat man mit einer durchschnittlich 7-stündigen Schlafdauer pro Nacht die größte Lebenserwartung. Aus der Studie geht außerdem hervor, dass Männer im Durchschnitt eine halbe Stunde länger schlafen als Frauen.

Im Grunde wissen wir nun, dass der Mensch nicht ohne ausreichend und qualitativ hochwertigem Schlaf überleben kann. Doch was passiert, wenn wir über einen langen Zeitraum nicht ausreichend schlafen? Forscher der Universität in Tübingen, haben sich genau damit beschäftigt. Sie vergleichen das Verhalten der T-Lymphozyten bei gesunden Menschen mit einem guten Schlaf, mit denen, die schlaflose Nächte haben.

… kurze Erklärung;  während des Schlafes werden viele immunaktive Stoffe ausgeschüttet, die die Immunabwehr steigern. Also ein gesunder Schlaf hilft unserem Körper maßgeblich dabei, gesund und fit zu bleiben. Unsere Immunreaktion auf verschiedene Krankheiten hängt weitgehend von T-Lymphozyten ab. Wenn diese auf ein Problem stoßen, beispielsweise eine Zelle die mit einen Virus betroffen ist, aktiviert es spezielle Proteine, durch die die T-Lymptozyten an infizierten Zellen haften bleiben, um sie zu töten. Wenn wir nun übermäßig oft an Schlafstörungen und Schlafmangel leiden, begünstigt dies zahlreiche Entzündungen im Körper, die wiederum für unterschiedliche Beschwerden verantwortlich sind. Dabei wird die Funktion der T-Lymphozyten beeinträchtigt, weshalb die Immunabwehr geschwächt ist. Chronische Schlafstörungen können außerdem zu einer Insulin-Resistenz und verschlechterten Glucose-Toleranz führen. Dies kann wiederum Diabetes Typ 2 begünstigen (mehr Information im Blogeintrag „Heißhunger – das steckt dahinter!“)

Es gibt zahlreiche Einflüsse, die unseren Schlaf negativ beeinflussen. Dazu zählt unter anderem spätes Essen, vor allem Süßigkeiten, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen. Der Körper kann sich somit nur schlecht auf den Schlaf einstellen, da Zucker bekanntlich ein „Aufputschmittel“ ist.

Wir werden im nächsten Beitrag genauer auf diese „legale Droge“ eingehen.

Bis dahin die Besten Grüße, euer Nippon Fitness

Quellen:

Siems, W., Bremer, A. & Przyklenk, J. (2009). Schlaf und Schlafstörungen. Allgemeine Krankheitslehre für Physiotherapeuten, 287-291.

Cappuccio, F., D’Elia, L., Strazzullo, P. & Miller, M. (2010). Quantity and quality of sleep and incidence of type 2 diabetes: a systematic review and meta- analysis.

Klösch, G., Holzinger, B., Estrella, R. & Hoffmann, P. (2010). Schlaf und Arbeitsleben. Somnologie – Schlafforschung und Schlafmedizin, 14 (1), 32- 40.

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